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IBK. Interview mit Jan Kössl

Jan Kössl ist 22 Jahre alt und wohnt in Innsbruck, Tirol. Auf Instagram nennt er sich @stonedlookingmodel, dort teilt er sein Erschaffenes. Viel Zeit verbringt er in seinem eigenen Atelier, oder besser gesagt, seiner Abstellkammer. Als Universalinteressierter beschäftigt Jan sich mit der Zusammenführung von vielen verschiedenen Themenbereichen.

Welche Intention steckt hinter deinem Schaffen? Worauf willst du aufmerksam machen?
Würde ich nicht das machen, was ich tue, würde es mir um einiges schlechter gehen. Eigentlich ziemlich egoistische Beweggründe. Aber meine Kunst hat trotzdem Mehrwert, sie inspiriert. Sie soll ermutigen, manches aus einer neuen Perspektive zu erfahren und das zu machen, worauf man Lust hat. Ich will, dass jeder Eigenes ausprobiert, sich selbst ausprobiert, und herausfindet, in welche Richtung man sich selbst entwickeln kann.

Ich will, dass jeder Eigenes ausprobiert, sich selbst ausprobiert, und herausfindet, in welche Richtung man sich selbst entwickeln kann.

https://www.instagram.com/p/B-5py8aJSRB/

Wie entstand deine Marke „AIDS“?
Die Idee eine eigene Modemarke zu gründen entstand vor etwa drei Jahren. Wir haben uns überlegt: Was sind die dümmsten Markennamen? Natürlich provoziert der Name „AIDS“. Zuerst war das alles nur ein Scherz. Ich habe aber dann ernsthaft angefangen mich mit Mode (des höheren Preissegments) zu beschäftigen und herausgefunden, dass diese Industrie in den letzten Jahrzehnten einen extremen Wandel erlebt hat. Mittlerweile geht es sehr viel um das Branding. Kleidung ist ein Statussymbol. Alles wird wertlos, außer es hat einen Namen.

Welche Projekte hast du bereits umgesetzt?
Für das „Gucci Sponsor Me Tape“ habe ich mir originale Gucci-Sneaker und ein Gucci T-Shirt gekauft. Wer skatet weiß, die Schuhe werden schnell kaputt. Ziel war es also, die Schuhe tot zu skaten und das fertige Video an Gucci zu schicken. Die haben mir aber nie geantwortet.

In der „Blinden Woche“ habe ich mir sieben Tage lang die Augen verbunden und versucht einen normalen Alltag zu führen. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gezeichnet. In einer eigenen Ausstellung und einem Video habe ich die Erfahrungen dieser Woche und die entstandenen Arbeiten präsentiert.

Wie gehst du an neue Projekte heran? Verfolgst du immer den gleichen Schaffensprozess?
Projekte entstehen durch gezielte Eingrenzung. Man setzt sich einen Rahmen, egal wie groß, und in diesem Rahmen arbeitet man dann. Von Projekt zu Projekt ist der Rahmen verschieden groß, farbig oder geformt. Das hängt immer von Ausgangssituation und den zur Verfügung stehenden Materialien ab.

Wie oder wo findest du Inspiration für deine Kunst? Hilft dir die Isolation bei der Ideenfindung?
Überall wo mein Auge und Ohr hinschaut und hinhört. Ich habe eigentlich nie Probleme Ideen zu finden, die Isolation ändert auch daran nichts. Zurzeit fokussiere ich mich sehr auf Instagram. Jeden Tag stelle ich also ein Outfit aus gefundener oder selbst gemachter Kleidung zusammen und poste das auf Instagram.

Was planst du für die Zukunft?
Irgendwann im November findet die lange Nacht der Museen statt. Vielleicht kann ich dort meinen ersten Runway veranstalten. Die nächste Ausstellung in der Galerie A4 beschäftigt sich mit „Readymade“, also Objekte, die ich so schon gefunden habe. Es geht ein bisschen um Umweltverschmutzung im Bereich Innsbruck. Ich will aber nicht zu viel verraten. Es kommt, wie es kommt.

Jan Kössl