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SCHLOSS25. Der Skulpturengarten

Der neue Skulpturengarten HORTUS CONCLUSUS in der vorgelagerten Parkanlage des SCHLOSS25 im 13. Bezirk in Wien. Mit dem Fokus auf zeitgenössische Skulptur lädt der Garten mit 18 female positions zum Entdecken und Verweilen ein.

Der dem Schloss 25 vorgelagerte Park selbst bildet eine starke und in sich schlüssige Form. Der hier entstehende Skulpturenpark setzt sich mit der vorhandenen Struktur auseinander und findet dabei eine eigene Formensprache. Eine Vielzahl an ortsspezifischen Positionen akzentuieren den ursprünglichen Bestand und zusammen mit speziell ausgewählten Arbeiten entsteht eine neue Ebene in dem historischen Bestand. Zentrale Aspekte des Skulpturenparks sind das Überwinden und die Veränderung.

Den Zeitgeist des aktuellen weltpolitischen Klimas reflektierend, setzen die Positionen sich mit der Frage nach der Dauerhaftigkeit und dem Ewigkeitsanspruch der Skulptur auseinander. Aktuell erwecken Monumente historischer Persönlichkeiten, deren Handlungen und Geisteshaltungen nicht mehr mit unserem Weltbild vereinbar sind, international starke negative Emotionen.

Den Anspruch, das Ich für alle Ewigkeit zu konservieren lassen die Werke im Schloss 25 Skulpturenpark hinter sich. Stattdessen steht die Veränderung im Fokus. Eine Vielzahl an Werken wird aufgrund ihrer Materialität die ursprüngliche Form infolge von Witterung und wechselnden Jahreszeiten verändern. Das der klassischen Skulptur innewohnende Zeitmoment ist in dem Park durch den alten Baumbestand bereits überaus präsent, die Kunstwerke folgen der natürlichen Dynamik der Bäume und stehen mit ihnen im Dialog. Die Standorte der Bäume beeinflussen die kuratorische Auseinandersetzung mit dem Gelände und sie fungieren als Rahmen und Sockel zugleich. Durch das Hängen von Kunstwerken an ausgewählte Bäume entsteht ein Schwebemoment, welches der ansonsten an Sockel oder Boden verhafteten Skulptur eine neue Leichtigkeit verliehen. Ein weiterer Aspekt der nicht ignoriert werden kann ist die aktuelle Covid-19 Pandemie.

Sofia Goscinski – "Dessert Plants"
Sofia Goscinski, Dessert Plants. Foto: Jan Gustav Fiedler
Ona B. "Das Heu ist schon trocken in den Bergen
Ona B. – Das Heu ist schon trocken in den Bergen. Foto: Jan Gustav Fiedler

In Zeiten, wo eine zweiter Lockdown aufgrund von steigenden Infektionszahlen eine ständige Bedrohung ist, nimmt ein Skulpturenpark eine Position von gesteigerter Wichtigkeit ein, da hier, selbst wenn Museen und Galerien geschlossen sind, unter freiem Himmel weiterhin ein Dialog zwischen Kunstwerk und Betrachter aufrecht gehalten wird. Die feministische Ausrichtung des Schloss 25 mit den 15 dort wirkenden Künstlerinnen setzt sich in den Außenanlagen fort und der Skulpturenpark wird ausschließlich weibliche Positionen beinhalten. Auch nach Eröffnung des Parkes am 20. September 2020 wird sich der Skulpturenpark weiterhin wandeln. Er ist kein starres Gebilde sondern eine organische Struktur, die sich, ebenso wie die Natur selbst, mit den Jahreszeiten verändert. Die sich aufgrund der Witterung verändernden Positionen werden sich nach und nach verformen, einige sogar gänzlich verschwinden, neue Werke werden hinzukommen und insbesondere während der dunklen Jahreszeit wird das Licht eine stärkere Rolle einnehmen. Neben diesem organischen Wandel bezieht sich der Skulpturenpark neben dem Wechsel der Jahreszeiten auch auf die Veränderung des Ortes selbst.

Seit 2013 steht das 1872 von Dr. Theodor Ritter von Hittnern erbaute Gebäude leer. In diesen Freiraum entstand 2020 mit dem Schloss 25 eine kulturelle und feministische Plattform von internationalem Format. Auf dem architektonischen Fundament aus K.u.K. Zeiten manifestiert sich ein progressiver Ort, welcher die historischen Formen intellektuell neu besetzt.

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