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Im Gespräch mit Sabin Meco

Sabin Meco ist 1994 in der Steiermark geboren. Er hat albanische Wurzeln und ist in einer konservativen Arbeiterfamilie groß geworden. Seitdem er mit 16 die Schule abgebrochen hat, springt er bis heute konstant zwischen prekärer Lohnarbeit und Arbeitslosigkeit hin und her. Im Frühjahr 2020 absolvierte er die Aufnahmeprüfung für Malerei an der Universität für angewandte Kunst positiv und sieht damit einen Lichtblick für seine Zukunft.

Wie bist du zur Kunst gekommen?
Das Malen habe ich mir autodidaktisch beigebracht. Farben und Farbkombinationen haben mich schon immer begeistert und mit den Jahren stieg auch stetig der Wunsch, mich selber in Form von Malerei auszudrücken. Ich probiere mich ständig Neues aus und versuche immer neue Herangehensweisen und Techniken zu finden, die mir Spaß machen und an denen ich Gefallen finde.

Ich probiere mich ständig Neues aus und versuche immer neue Herangehensweisen und Techniken zu finden, die mir Spaß machen und an denen ich Gefallen finde.

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Wie gehst du vor, wenn du mit einem neuen Werk beginnst?
Da ich immer wieder versuche neue Wege zu finden ist es für mich etwas schwierig diese Frage zu beantworten. Grundsätzlich kann man aber grob sagen, dass ich zwei Techniken verwende. Entweder ich zeichne mit Kreide oder Stift vor und verwende das Gezeichnete als grobe Orientierung, oder ich male einfach direkt drauf los. Ich habe früher auch gerne versucht, figurative Elemente in meine Arbeiten einzubinden, mittlerweile entferne ich mich immer mehr davon.

Ich habe gerne auch versucht, figurative Elemente in meine Arbeiten einzubinden, mittlerweile entferne ich mich immer mehr davon.

Welche Themen interessieren dich?
Ich hatte schon immer Interesse an Politik und hab mich früher auch in Form von politischem Aktivismus engagiert. Ich finde es schade, dass vielen Menschen in meinen Umfeld ein gewisses politisches Verständnis für die Verhältnisse in denen wir auf dieser Erde leben fehlt. Des weiteren habe ich eine sehr große Faszination für Urbanität bzw. über urbane Landschaften. Großstädte mit ihren leerstehenden Gebäuden, Tunneln, Abwasserkanälen etc. hatten für mich schon immer etwas sehr spannendes. Die Katakomben von Paris zu erkunden ist einer meiner Lebensträume! Außerdem habe ich auch Interesse an Graffiti.

Wie ist die Idee vom „sexy magazine“ entstanden?
Die Idee ist eigentlich sehr spontan entstanden, als der Lockdown begann. Ich hatte mir in Barcelona mal ein spanisches Pornoheft gekauft, da ich die fragwürdige Ästhetik des Heftes ein bisschen lustig fand. In der Quarantäne hatte ich weder das Budget, noch die Möglichkeit, auf Leinwände und dergleichen zu malen, also habe ich meine Farben und Pinsel aus dem Atelier geholt und zuhause auf der Terrasse jeden Tag einige Seiten des Magazins bemalt. Ich fand das Medium Zeitschrift sehr angenehm um drauf zu arbeiten, daher werden von mir in Zukunft bestimmt mehr Projekte dieser Form gestartet.

Auf was hast du gerade Bock?
Ich hätte gerade richtig Bock auf eine Fernreise, aktuell leider nicht möglich.

Sabin Meco interview
Sexy Magazine

Wie sieht deine Sommer aus? Hast du noch eine Ausstellung in Planung?
Ich hoffe die derzeitige Lage lässt es zu, dass es wie geplant ab Anfang Herbst eine Gruppenausstellung im Rahmen einer Eröffnungsfeier des Kollektivs in dem ich Teil bin geben wird – More Infos to be announced. Ansonsten möchte ich im Sommer einfach noch chillen, bevor im Herbst dann die Uni anfängt.

Sabin Meco