Neuhaus Exhibition

Ausstellung. 90 Jahre Hellmut Bruch

Das Museum Liaunig widmet dem Tiroler Künstler Hellmut Bruch anlässlich seines 90. Geburtstags eine umfassende Retrospektive. Der Kurator Günther Dankl zeigt zentrale Werke aus Bruchs künstlerischem Schaffen – von frühen Arbeiten aus industriellen Materialien bis zu den charakteristischen Edelstahl- und Acrylglas-Objekten der vergangenen Jahrzehnte – und würdigt mit der Ausstellung einen der bedeutendsten Vertreter der konkret-konstruktiven Kunst im deutschsprachigen Raum.
Kreisform in Rot, 1984/85, Acrylfarbe auf Edelstahl, geschliffen 140 × 280 × 4 cm HB/Ef 285, Sammlung Liaunig, Inv.-Nr. 2817
Kreisform in Rot, 1984/85, Acrylfarbe auf Edelstahl, geschliffen, 140 × 280 × 4 cm, HB/Ef 285, Sammlung Liaunig, Inv.-Nr. 2817

Seit den späten 1960er-Jahren verfolgt Hellmut Bruch einen konsequenten künstlerischen Weg. Sein Œuvre basiert auf zwei grundlegenden Prinzipien: der Reduktion auf das Wesentliche und der Offenheit der Form als Einladung zu eigenständigem Denken. Davon ausgehend entwickelte Bruch eine unverwechselbare Bildsprache, die mathematische Ordnung, philosophische Reflexion und sinnliche Wahrnehmung miteinander verbindet.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Skulpturen und plastische Arbeiten aus Edelstahl und Acrylglas, Materialien, deren besondere Eigenschaften Bruch seit Jahrzehnten für seine künstlerischen Fragestellungen nutzt. Licht, Reflexion und Transparenz werden dabei zu zentralen Gestaltungsmitteln. Die formale Sprache des Künstlers ist bewusst reduziert. Linien, Kreise, Quadrate und Rechtecke bilden die Grundlage eines Werkes, das sich mit den Gesetzmäßigkeiten von Proportion, Wachstum und Ordnung auseinandersetzt. Viele Arbeiten folgen den Strukturen der Fibonacci-Zahlenfolge und entwickeln daraus „offene Formen“, die über ihre materiellen Grenzen hinausweisen und die Betrachterinnen und Betrachter in einen Prozess des Mitdenkens einbeziehen.

Progression nach Fibonacci, 1999, Edelstahl, geschweißt, H 377–233–144 cm, Ø je 13 cm HB/ES 308, Sammlung Liaunig, Inv.-Nr. 3273
Progression nach Fibonacci, 1999, Edelstahl, geschweißt, H 377–233–144 cm, Ø je 13 cm, HB/ES 308, Sammlung Liaunig, Inv.-Nr. 3273

Eine besondere Rolle spielt der Kreis, den Bruch als Symbol für Einheit, Ganzheit und Unendlichkeit versteht. Durch die Verbindung von geometrischer Klarheit und dem immateriellen Medium Licht entstehen Werke, die weit mehr sind als formale Konstruktionen. Sie werden zu Denk- und Erfahrungsräumen, in denen Wahrnehmung und Erkenntnis miteinander verschmelzen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Günter Dankl und zahlreichen Werkabbildungen (ISBN 978-3-9506075-3-6).

Ausstellung: 90 Jahre Hellmut Bruch – Vom Elementaren zum Offenen
Dauer der Ausstellung: 2. August bis 31. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Adresse und Kontakt:
Museum Liaunig
9155 Neuhaus 41
www.museumliaunig.at