Neuhaus Kunst

Saisonstart im Museum Liaunig

Das Museum Liaunig bietet weit mehr als beeindruckende Architektur und Kunst – es ist ein lebendiger Ort der Begegnung und des kulturellen Dialogs in Südkärnten. Abseits urbaner Zentren gelegen, zieht es jedes Jahr vom Frühling bis in den Herbst Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.
Ausstellungsansicht: (K)EIN BEGRIFF Skulpturales aus der Sammlung Liaunig
Ausstellungsansicht: (K)EIN BEGRIFF Skulpturales aus der Sammlung Liaunig. Eva Schlegel (© 2026 Bildrecht, Wien), floating orbit, 2022 | Canan Dagdelen, Reflection, 2015 | Hans Kupelwieser (© 2026 Bildrecht, Wien), wired, 2006 | Oswald Oberhuber, VERFORMUNG, 1953, Leihgabe von Cajetan Gril, Eichberg. Foto: Museum Liaunig

Nach der Winterpause öffnet das Museum am 26. April 2026 wieder seine Türen und startet mit 7 Ausstellungen und einem inhaltlichen Schwerpunkt auf Skulptur, Plastik und Objekt in die neue Saison: Im Zentrum steht die Hauptausstellung „(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig“, in der sich Kuratorin Alexandra Schantl mit den Entwicklungen innerhalb der Skulptur seit 1945 auseinandersetzt.

(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig kuratiert von Alexandra Schantl
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Oktober 2026

Das Museum Liaunig präsentiert mit „(K)ein Begriff – Skulpturales aus der Sammlung Liaunig“ eine umfassende Ausstellung zur Entwicklung und Erweiterung des Skulpturbegriffs seit 1945. In den Mittelpunkt stellt Kuratorin Alexandra Schantl die Frage, was Skulptur heute bedeutet, nachdem sich der Begriff seit den 1960er-Jahren grundlegend gewandelt hat. Bereits seit den Readymades von Marcel Duchamp und den theoretischen Überlegungen von Rosalind E. Krauss gilt Skulptur als ein offenes Feld, das längst nicht mehr nur klassische dreidimensionale Objekte, sondern unterschiedlichste Materialien, Medien und Ausdrucksformen umfasst. Die Ausstellung nähert sich diesem erweiterten Verständnis von Skulptur aus einer entwicklungsgeschichtlichen Perspektive und zeigt über 200 Werke – Skulptur, Plastik, Objekt, berücksichtigt aber auch die Flächenkünste, insbesondere die Zeichnung – von rund 100 Künstlerinnen. Den Auftakt bilden zentrale Vertreter der österreichischen Skulptur nach 1945, darunter Fritz Wotruba und Künstlerinnen aus seinem Umfeld, die sich intensiv mit der menschlichen Figur auseinandersetzten. Ergänzt wird dieser Fokus in der nordseitigen Hälfte der Halle durch Arbeiten, die das Figurative erweitern, hinterfragen oder ganz neue formale Wege einschlagen. Im weiteren Verlauf treten prägende Einzelpositionen und innovative Ansätze in den Dialog: von körperbezogenen Arbeiten und partizipativen Konzepten bis hin zu skulpturalen Denkmodellen.

Ausstellungsansicht: (K)EIN BEGRIFF Skulpturales aus der Sammlung Liaunig
Ausstellungsansicht: (K)EIN BEGRIFF Skulpturales aus der Sammlung Liaunig. Cornelius Kolig (© 2026 Bildrecht, Wien) Tastgrammatik, 1975. Foto: Museum Liaunig

Auch die Schnittstellen zu Architektur, Performance und Fotografie werden ausgelotet, wodurch die Vielschichtigkeit des Begriffs deutlich wird. Der südseitige Teil der Ausstellung widmet sich verstärkt dem Material und der Auflösung klassischer Gattungsgrenzen. Sprache wird in den Raum übertragen, textile Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf Alltagsmaterialien, und Papier, Holz sowie industrielle Werkstoffe werden in überraschender Weise transformiert. Dabei entstehen Werke, die sich zwischen Skulptur, Malerei und Zeichnung bewegen oder diese Kategorien bewusst unterlaufen. Im abschließenden Abschnitt rückt das Immaterielle in den Fokus: Linien, Schatten, Spiegelungen und Leerstellen definieren hier das Skulpturale neu und verweisen auf dessen illusionistisches und konzeptuelles Potenzial. Die Ausstellung „(K)ein Begriff“ zeigt eindrucksvoll die Bandbreite und Offenheit eines künstlerischen Begriffs, der sich kontinuierlich erweitert und sich zugleich einer eindeutigen Definition entzieht.

Zwei wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Programm: In der ersten stellt das Künstlerpaar Elisabeth Trenkwalder (*1961) und Elmar Trenkwalder (*1959) bis 19. Juli monumentale Keramikskulpturen großformatigen Malereien gegenüber.

Ausstellungsansicht: Elisabeth und Elmar Trenkwalder – Bilder und Skulpturen
Ausstellungsansicht: Elisabeth und Elmar Trenkwalder – Bilder und Skulpturen. Foto: Museum Liaunig

Elisabeth und Elmar Trenkwalder – Bilder und Skulpturen
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 19. Juli 2026

Elisabeth und Elmar Trenkwalder entfalten in der dreieckigen Sonderausstellungshalle einen eindrucksvollen künstlerischen Kosmos zwischen Realität und Imagination. Ausgehend vom Realen schaffen sie Werke, die als bewusste Überschreitung unserer Wirklichkeit verstanden werden können. Die monumentalen Skulpturen Elmar Trenkwalders (1959) beeindrucken durch ihre opulente Formensprache und eine kraftvolle, detailreiche Rhythmik. Organische und architektonische Elemente verschränken sich zu dynamischen Gebilden, die trotz ihrer Massivität in ständiger Bewegung zu sein scheinen. Symmetrie dient dabei als zentrales Ordnungsprinzip, wird jedoch bewusst gebrochen und in ein spannungsreiches Gleichgewicht überführt. Farbe, Licht und Raum wirken wesentlich an der Erscheinung der Arbeiten mit und lassen sie je nach Perspektive immer wieder neu erfahrbar werden. Auch in der Malerei von Elisabeth Trenkwalder (1961) spielt das Ornament eine tragende Rolle. In komplexen, häufig symmetrisch angelegten Bildkompositionen verdichten sich Natur-beobachtungen, Erinnerungen und innere Bilder zu vielschichtigen, oft kathedralenartig anmutenden Räumen. Ihre fein abgestimmte Farbpalette erzeugt sowohl zarte Übergänge als auch kraftvolle Kontraste und eröffnet Bildwelten zwischen organischer Erdung und traumhafter Entrücktheit. Beide Positionen verbindet ein künstlerischer Ansatz, der zwischen Intuition und Struktur, Kontrolle und Offenheit oszilliert. Ihre Werke greifen archetypische Bildformen auf und transformieren sie in eine eigenständige, zeitgenössische Formensprache. Dabei entsteht ein Spannungsfeld aus Ordnung und Ekstase, das den Betrachter in sinnlich dichte, vieldeutige Erfahrungsräume führt. Die Ausstellung macht die außergewöhnliche Intensität und Eigenständigkeit ihres Schaffens erlebbar – als kraftvollen Gegenentwurf zu einer zunehmend rationalisierten Alltagswelt und als Einladung, neue Perspektiven in Bezug auf Wahrnehmung, Körperlichkeit und Schönheit zu gewinnen.

Ab 1. August ist das umfangreiche künstlerische Schaffen des konkreten Künstlers Hellmut Bruch (*1936) in einer Retrospektive anlässlich seines 90. Geburtstags zu sehen.

Ausstellungsansicht: Robert Tauber Dem Raum zugeschrieben
Ausstellungsansicht: Robert Tauber – Dem Raum zugeschrieben. Foto: Museum Liaunig

Robert Tauber – Dem Raum zugeschrieben kuratiert von Alexandra Grimmer
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Oktober 2026

Die von Alexandra Grimmer kuratierte Ausstellung im Skulpturendepot widmet sich dem bildhauerischen Werk des 1936 in St. Leonhard bei Freistadt (Oberösterreich) geboren Künstlers Robert Tauber. Gezeigt werden 29 Skulpturen und ein Relief aus den Jahren 1962 bis 1983 – ein konzentrierter Einblick in ein umfangreiches Œuvre, das rund 200 Arbeiten umfasst. Robert Tauber, ausgebildet an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Josef Pillhofer, entwickelte früh eine eigenständige Formensprache. Ausgangspunkt seines Schaffens ist die Figur, die er jedoch nie isoliert, sondern stets im Verhältnis zum umgebenden Raum denkt. Seine Skulpturen sind keine statischen Körper, sondern definieren sich im Dialog mit ihrer Umgebung. Charakteristisch für Taubers Werk ist die unmittelbare Arbeit am Material. Ohne vorbereitende Zeichnungen entstehen seine Skulpturen direkt aus Holz oder Stein. Besonders Holz wird zum zentralen Werkstoff, dessen Oberfläche er durch Beizen, Polieren, Vergolden oder den Einsatz von Harzen vielschichtig bearbeitet. Im Laufe der Zeit entwickeln die Werke eine individuelle Patina, ein Prozess, den Tauber bewusst in seine künstlerische Praxis einbezieht. Die Präsentation im Skulpturendepot bringt Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen in einen offenen Dialog. Einzelne Werke stehen für sich, andere bilden Gruppen und thematische Bezüge. Im Zentrum des Raumes fungiert die Skulptur „Natterzwerg“ (1966) als verbindendes Element, das mit den umliegenden Arbeiten in Beziehung tritt. Abseits einer chronologischen Ordnung begegnen sich die Skulpturen als eigenständige Positionen. Gemeinsam veranschaulichen sie Taubers kontinuierliche Auseinander-setzung mit Form, Material und Raum. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sich ausgehend von der Figur ein vielschichtiges skulpturales Denken entfaltet, das über Jahrzehnte hinweg konsequent weiterentwickelt wurde.

Weitere Akzente setzen die Fotografien von Walter Schramm (*1941) im Grafiktrakt des Museums und die Arbeiten des Bildhauers Robert Tauber (*1936) im Skulpturendepot. Die Ausstellung wird am 21. Juni zum Klangraum: Karlheinz Essl (*1960) präsentiert seine Performance „Zu.Schreibung“.

Selbstportrait: © Walter Schramm
Selbstportrait: © Walter Schramm

Kunst im Dialog – Walter Schramm Fotografien
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Oktober 2026

Die Fotografien von Walter Schramm, die erstmals 2018 in einem umfangreichen Fotoband publiziert wurden, sind in der Saison 2026 im Grafiktrakt zu sehen. Die Ausstellung versammelt eine Auswahl aus seinem über Jahrzehnte entstandenen fotografischen Œuvre, die das lebendige Umfeld der österreichischen Kunstszene im Allgemeinen und des Museum Liaunig im Besonderen in eindringlichen Momen-taufnahmen festhält. Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 2008 begleitete Walter Schramm mit wachem Blick Ausstellungseröffnungen, Veranstaltungen und Begegnungen. Seine Fotografien bewegen sich zwischen Reportage, Portrait und situativer Beobachtung, ohne inszeniert zu wirken. Vielmehr zeigen sie Menschen in authentischen Momenten: im Gespräch, im Austausch, im Erleben von Kunst. Schramms Fotografien zeichnen sich durch eine besondere Unmittelbarkeit aus. Es sind spontane „Lichtbilder“, die Atmosphäre, Dynamik und soziale Interaktion einfangen – geprägt von einem feinen Gespür für den richtigen Augenblick. Dabei entsteht ein vielschichtiges Bild der Kunstszene, das Künstlerinnen ebenso umfasst wie Sammlerinnen, Kunstfreunde und Besucher*innen. Die Ausstellung eröffnet einen Blick hinter die Kulissen des Museumsbetriebs und macht die besondere Stimmung bei Vernissagen erfahrbar. Sie lädt dazu ein, in eine visuelle Chronik einzutauchen, die weniger dokumentiert als vielmehr verdichtet – und so die Begegnung zwischen Kunst und Menschen in all ihren Facetten sichtbar macht.

Auch in den historischen Sammlungspräsentationen kommt es zu einem Wechsel: Nach Stationen in Deutschland und Spanien kehrt die afrikanische Sammlung „Das Gold der Akan“ zurück nach Neuhaus. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst werden dekorierte Gläser von der Renaissance bis zum Biedermeier und seltene, noch nicht gezeigte Portraitminiaturen zu sehen sein.

Schwertemblem in Form eines Löwen Hohlguss mit Filz ausgekleidet, Höhe 13,5 cm, Länge 20 cm © Museum Liaunig
Schwertemblem in Form eines Löwen Hohlguss mit Filz ausgekleidet, Höhe 13,5 cm, Länge 20 cm. Foto: Museum Liaunig

„Das Gold der Akan“ (Historische Sammlungspräsentationen)
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Oktober 2026

Als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst auch eine afrikanische Kollektion im Museum Liaunig zu zeigen, war von Anfang an geplant: Von 2008 bis 2015 wurde „Das Gold der Akan“ – rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der Königsstämme der Ashanti, Baule und Fante – in einem eigens für diese Sammlung konzipierten unterirdischen Kubus präsentiert. Nachdem in den letzten zwei Jahren afrikanischer Glasperlenobjekte Einblick in Lebenswelten und Traditionen verschiedener Ethnien aus West- und Zentralafrika gab und eine noch wenig erforschte Facette afrikanischer Kunst zeigte, kehrt die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes nach Stationen im deutschen Knauf-Museum Iphofen und der spanischen Fundacíon Barrié zurück nach Neuhaus. Die in ihrem formalen Reichtum und der Expressivität ihres Ausdrucks überzeugenden Goldobjekte sind historisch und künstlerisch bedeutende Zeugnisse verschiedener ethnischer Gruppen der Akan, die in Westafrika, in Gebieten der südlichen Hälfte von Ghana sowie im Südosten der Elfenbeinküste, leben. Die Exponate stammen zum Großteil aus dem 19. und 20. Jahrhundert, einzelne Stücke sind aber weitaus älter. Im Hinblick auf die Grundformen geometrischen Gestaltens und elementarer Figürlichkeit bietet die Schau viele aufschlussreiche Vergleichsmöglichkeiten zur zeitgenössischen Kunst. In der Sammlung Liaunig sind alle wichtigen Objekttypen der Akan-Kunst enthalten, die höchstes handwerkliches Können – etwa äußerst fein und filigran gearbeitete Wachsfadentechnik – in Verbindung mit höchster ästhetischer Qualität zeigen. Vergleichbar umfangreiche Sammlungen gibt es nur noch im British Museum in London, dem Museum of Fine Arts in Houston und dem Gold of Africa Museum in Kapstadt.

Großer Deckelpokal aus Fadenglas
Venedig, Ende 16. Jh.
Großer Deckelpokal aus Fadenglas, Venedig, Ende 16. Jh. Foto: Museum Liaunig

Gläser von 1500 bis 1850 (Historische Sammlungspräsentationen)
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Oktober 2026

Von den inzwischen rund 300 Gläsern der Sammlung Liaunig wird in dieser zweiten Sammlungspräsentation eine repräsentative Auswahl von 120 zwischen dem Anfang des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Stücken gezeigt, die einen Einblick in die Geschichte der europäischen Glaskunst von den Anfängen in Venedig um 1500 bis zu den Meistern der Gravur der Biedermeierzeit geben. Anhand der gezeigten Exponate aus den unterschiedlichen Epochen lassen sich die vielfältigen und innovativen Bearbeitungs- und Dekorationstechniken erfassen, die berühmte aber auch unbekannte Meister im Laufe der Epochen entwickelt haben, um das Material Glas zu gestalten. Venedig als Wiege der mitteleuropäischen Glaskunst ist nicht nur für seine hauchdünnen, farblosen Glasgefäße bekannt, die zu jener Zeit genauso kostbar wie Gold und Edelsteine waren, sondern auch für die vielen verschiedenen Dekorationsarten, die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Der Glanz der Renaissance lässt sich am besten durch die Tazza aus dem Service der Medicischen Päpste darstellen. Herrscher wie Ferdinand von Tirol mussten den Dogen von Venedig um zeitweilige Überlassung der berühmten Glasmacher bitten, da diese mehr oder weniger in Murano festsaßen. Die Haller Glashütte war die zeitlich früheste und langlebigste nördlich der Alpen, die farbloses Glas nach venezianischem Vorbild herstellte. Sie war auch die einzige, die mit deutschen Glasmachern arbeitete und nicht unter der Unverlässlichkeit der angeworbenen Italiener zu leiden hatte. Hier sind die großen in der Sammlung vertretenen Einzelstücke aus Venedig und Hall zu nennen. Während man diese feinen Gläser nur bemalen oder mit dem Diamanten ritzen konnte, haben findige Alchemisten des 17. Jahrhunderts den Glasfluss so verändert, dass man ein hartes, dickeres Glas für die Gravur mit dem Kupferrad erzeugen konnte, das vor allem nördlich der Alpen seinen Siegeszug antrat. Mit der Scheibe von Caspar Lehmann, der als Erfinder des Glasschnitts gilt, ist eine Inkunabel der Glaskunst im Sammlungsbestand, die 20 Jahre lang als Leihgabe im British Museum in London war. Doch das war es nicht allein, auch die technischen Verbesserungen in Form von wasserbetriebenen Schleifmühlen zum Beispiel erleichterte nicht nur die Arbeit der Graveure der Hochschnittpokale in Schlesien wesentlich. Diese äußerst mühseligen Arbeiten des Friedrich Winter in Schlesien zählen neben den Bergkristallarbeiten jener Zeit zu den begehrtesten Objekten. Abgerundet wird die Sammlung Liaunig durch die Gläser von Gottlob Mohn und Anton Kothgasser mit ihren in transparent gemalten Ansichten, die die Zeit des Biedermeier und den Wiener Kongress heraufbeschwören, der eine Neuordnung in Europa versuchte.

Henry Bone (Truro, Cornwall 1755–1834 Somers Town, London) Bildnis des Charles Grey (1764–1845), Viscount Grey Inv.-Nr. m388
Henry Bone (Truro, Cornwall 1755–1834 Somers Town, London) Bildnis des Charles Grey (1764–1845), Viscount Grey Inv.-Nr. m388. Foto: Foto: Museum Liaunig

Portraitminiaturen (Historische Sammlungspräsentationen)
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Oktober 2026

Nach den beiden Präsentationen der inzwischen auf über 400 Stück angewachsenen Portraitminiaturen-Sammlung Liaunig, erstmals von 2015 bis 2017, und danach von 2020 bis 2026, mit jeweils wechselndem „Programm“, werden nun ab Ende April 2026 sowohl neu erworbene und als auch bisher noch nicht gezeigte Miniaturen in der großzügig angelegten Vitrinenlandschaft im Untergeschoß des Museums vorgestellt. Von den 100 jetzt zu sehenden Exponaten wurden 70 im Band III wissenschaftlich beschrieben. Dem 2023 bzw. 2025 verstorbenen Sammlerehepaar Herbert und Eva Liaunig ist diese Ausstellung gewidmet. Miniaturen sind meist in der sehr lichtempfindlichen Aquarelltechnik gemalt und werden somit von den wenigsten Museen öffentlich ausgestellt. Den Interessenten werden dort einzelne Stücke nur auf Anfrage in den Studiensälen vorgelegt, wie es zum Beispiel im Louvre und in der Albertina der Fall ist. Dank modernster Museumstechnik ist das Museum Liaunig derzeit eines der wenigen Museen der Welt, und das einzige in Österreich, in dem eine so große Anzahl bedeutender Miniaturen dem interessierten Publikum öffentlich zugänglich gemacht wird. Portraitminiaturen sind, wie es der Name vermuten lässt, handgemalte Portraits kleinster und allerkleinster Größenordnung, von einer Höhe zwischen weniger als einem Zentimeter bis zu etwa zwanzig/fünfundzwanzig Zentimetern, oder manchmal auch größer. Sie erfüllten seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Zeit der Erfindung und Verbreitung der Photographie Mitte des 19. Jahrhunderts genau deren Aufgabe, nämlich das möglichst ähnliche Bildnis eines geliebten Wesens bei sich tragen zu können, oder auch sich eine Idee vom Äußeren einer Person zu machen, die man noch nicht kennt, aber wohl kennenlernen wird (falls das Aussehen auf Grund der Abbildung schon einmal zusagt). So war bis ins 19. Jahrhundert, weit vor der Zeit des Internet-Datings, der Austausch von Portraitminiaturen die einzige Möglichkeit, vor den meistens arrangierten Heiraten zu überprüfen, wie sich die Brautleute, die sich oftmals nie gesehen hatten, auch gefielen (was schließlich und endlich meistens irrelevant war).

Der Skulpturenpark, der bei schönem Wetter zum Spaziergang einlädt, wurde um Werke von Tony Cragg (*1949) und Bernhard Luginbühl (1929–2011) erweitert.

So. 26. April 2026, 11 Uhr: Kuratorinnenführung mit Alexandra Schantl: Anlässlich der Saisoneröffnung laden wir sehr herzlich zum Rundgang durch die Ausstellung „(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig“ ein: Alexandra Schantl gibt Einblicke in die Konzeption der umfangreichen Schau und stellt einzelne künstlerische Positionen vor. Teilnahme an der Führung mit gültigem Museumsticket. Anmeldung unter office@museumliaunig.at oder 04356 211 15

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Adresse und Kontakt:
Museum Liaunig
9155 Neuhaus 41
www.museumliaunig.at


Anreise: 2026 erreicht ihr das Museum entspannt mit der Bahn (ÖBB oder WESTbahn): Die Fahrzeit von Wien nach St. Paul im Lavanttal beträgt rund drei Stunden. Von dort bringt euch das GO-MOBIL® weiter ins Museum. Alle Details und Buchungsmöglichkeiten findet ihr unter: www.gomobil.at