
Seit den späten 1960er-Jahren verfolgt Hellmut Bruch einen konsequenten künstlerischen Weg. Sein Œuvre basiert auf zwei grundlegenden Prinzipien: der Reduktion auf das Wesentliche und der Offenheit der Form als Einladung zu eigenständigem Denken. Davon ausgehend entwickelte Bruch eine unverwechselbare Bildsprache, die mathematische Ordnung, philosophische Reflexion und sinnliche Wahrnehmung miteinander verbindet.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Skulpturen und plastische Arbeiten aus Edelstahl und Acrylglas, Materialien, deren besondere Eigenschaften Bruch seit Jahrzehnten für seine künstlerischen Fragestellungen nutzt. Licht, Reflexion und Transparenz werden dabei zu zentralen Gestaltungsmitteln. Die formale Sprache des Künstlers ist bewusst reduziert. Linien, Kreise, Quadrate und Rechtecke bilden die Grundlage eines Werkes, das sich mit den Gesetzmäßigkeiten von Proportion, Wachstum und Ordnung auseinandersetzt. Viele Arbeiten folgen den Strukturen der Fibonacci-Zahlenfolge und entwickeln daraus „offene Formen“, die über ihre materiellen Grenzen hinausweisen und die Betrachterinnen und Betrachter in einen Prozess des Mitdenkens einbeziehen.

Eine besondere Rolle spielt der Kreis, den Bruch als Symbol für Einheit, Ganzheit und Unendlichkeit versteht. Durch die Verbindung von geometrischer Klarheit und dem immateriellen Medium Licht entstehen Werke, die weit mehr sind als formale Konstruktionen. Sie werden zu Denk- und Erfahrungsräumen, in denen Wahrnehmung und Erkenntnis miteinander verschmelzen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Günter Dankl und zahlreichen Werkabbildungen (ISBN 978-3-9506075-3-6).
Ausstellung: 90 Jahre Hellmut Bruch – Vom Elementaren zum Offenen
Dauer der Ausstellung: 2. August bis 31. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Adresse und Kontakt:
Museum Liaunig
9155 Neuhaus 41
www.museumliaunig.at