
Im Zentrum der Ausstellung BETWEEN PULL („Zwischen den Kräften“) steht die Frage, wie wir Zukunft heute denken. Während Utopien einst mit Hoffnung, Fortschritt und kollektiver Vorstellungskraft verbunden waren, scheinen gegenwärtige Zukunftsbilder zunehmend von Krise, Zerfall und Dystopie geprägt zu sein. Werner interessiert sich für genau diesen Spannungszustand; für das Dazwischen von Hoffnung und Unsicherheit, Realität und Mythos, Mensch und Maschine. Eine seiner zentralen Fragen lautet dabei immer wieder: Was ist eigentlich aus den Utopien geworden? Wie haben wir uns verändert, dass Zukunft heute meist nur noch als Bedrohung oder Verlust imaginiert wird?
In den gezeigten Arbeiten verdichten sich diese Fragen zu rätselhaften Bildsystemen. Uneindeutige architektonische Gebilde erinnern zugleich an Schreine und Tempel, Totemstrukturen, futuristische Maschinen oder prophetische Archäologien. Ihre Herkunft bleibt offen, ihre Bedeutung verschiebt sich ständig. Referenzen an Science-Fiction, Popkultur und mythologische Erzählungen stehen dabei neben architektonischen und technologischen Formen. Einflüsse reichen von Fritz Langs Metropolis über Stanislaw Lems Solaris bis zu Donna Haraways A Cyborg Manifesto; ebenso lassen sich popkulturelle Filme wie Blade Runner oder Mad Max darin verorten.

Gezeigt werden unter anderem Zeichnungen wie „The Pendulum of Desire I“ (2025) oder die großformatige Graphitzeichnung „the Forms of Things Unknown“ (2021), die mit einer imaginierten oder angedeuteten Säulenkonstruktion im Raum in Beziehung treten. Dadurch entstehen Raumansichten und Blickachsen, die sich jeder klaren Fixierung entziehen. Es ist, als würde man selbst auf Erkundungstour gehen und die Bildwelten in Beziehung zur eigenen Wahrnehmung erforschen.
Werner versteht seine Arbeiten nicht als eindeutige Antworten, sondern als offene Systeme. BETWEEN PULL lädt dazu ein, sich in diesen Zwischenräumen aufzuhalten: zwischen Vergangenheit und Zukunft, Fremdheit und Vertrautheit, dystopischer Gegenwart und der Möglichkeit, neue Bilder von Zukunft zu entwerfen.
Ausstellung: Andreas Werner – BETWEEN PULL
Eröffnung: Freitag, 17. Juli 2026, 19 Uhr (Es spricht Florian Medicus)
Dauer der Ausstellung: 22. Juli – 28. August 2026
Finissage: Freitag, 28. August 2026, 16–20 Uhr
Adresse und Kontakt:
Eboran Galerie
Ignaz-Harrer-Straße 38, 5020 Salzburg
www.eboran-galerie.net
Andreas Werner – www.andreaswerner.org, www.instagram.com/andreas_werner_artist/
Andreas Werner (*1984 in Merseburg) lebt und arbeitet in Wien. Er studierte Grafik an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie Zeichnung an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Gunter Damisch, wo er 2012 mit Auszeichnung abschloss. 2016 erhielt er den Anerkennungspreis für Bildende Kunst des Landes Niederösterreich sowie den MUSA-Preis für junge Kunst der Stadt Wien. 2017 folgte das Landesstipendium Sachsen-Anhalt, 2022 der STRABAG Artaward International. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter jene der Stadt Wien, des Landes Niederösterreich, der Republik Österreich im Belvedere 21, des Universalmuseum Joanneum / Neue Galerie Graz, der Albertina, des Musées d’art et d’histoire de Genève, der Fondation Maeght, der Kunsthalle Mannheim, des Museo d’arte della Svizzera italiana, des Museum der Moderne Salzburg sowie der Grafischen Sammlung der Akademie der bildenden Künste Wien, des Tiroler Landesmuseum und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.