
Die Frage „Was geht ab?“ wurde im Rahmen des Festivals von regionalen Kunst- und Kulturschaffenden eindrucksvoll auf höchst unterschiedliche Weise beantwortet. Neben Theater, Musik, bildender Kunst, Film und Tanz gab es auch etliche Projekte, die verschiedene Kunstformen verbanden, beziehungsweise die partizipativ gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt wurden. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner spielt das Festival auch dieses Jahr eine besondere Rolle im reichhaltigen niederösterreichischen Kulturangebot: „Im Rahmen des WEIN/4-Festival hat die Bevölkerung selbst ein großartiges Kulturangebot für die Bevölkerung auf die Beine gestellt, und für das Weinviertel wurden dabei wichtige neue Impulse gesetzt!“

Regional und relevant
Alle Projekte waren regional verankert und feierten großteils während des Festivals ihre Premiere oder gar Uraufführung. Dabei konnte man auch einige namhafte österreichische Künstlerinnen und Künstler live erleben, wie die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2025, Natascha Gangl, Michael Stavaric, Mieze Medusa, Attwenger, Skero, Nino aus Wien, Kollegium Kalksburg, BAITS, Roman Gregori, Jimmy Schlager, Günter Franzmeier, Simon Zöchbauer, Melissa Coleman, Laurenz Nikolaus oder Alpha Trianguli.
Darüber hinaus wurden einige Kunstprojekte von Schülerinnen und Schülern umgesetzt, wie zum Beispiel in Wolkersdorf das Musical RuWi oder das Ausstellungsprojekt „Sinfonie der Sehnsüchte, eine Aufführung von kleines Ich bin ich“ in der ASO Mistelbach oder die künstlerische Zeitreise Vergangene Zukunft mit finalem Dorffest in Eggendorf im Thale.

„Das Viertelfestival macht Projekte wie Bade(Geschichten) überhaupt erst möglich. Es schafft den Freiraum, den wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort mit Leben füllen. So entstehen Orte der Begegnung, der Kunst, der Erinnerung und der Zukunft. Genau diese Verbindung von regionaler Identität, Kultur und kreativem Miteinander macht den besonderen Wert des Viertelfestivals aus. Das Viertelfestival lässt uns Partizipation mit Kunst verbinden, vor Ort in der Region, direkt bei den Menschen!“ ((Bade)Geschichten – Karin Neckamm)
Finale mit einigen Highlights
Mit der Finissage des Projekts FestBilder ging das WEIN/4-Festival der Kulturvernetzung Niederösterreich am 19. Juli im FLUSS in Wolkersdorf erfolgreich zu Ende. Noch einmal trafen sich zahlreiche Kulturschaffende, um gemeinsam mit der Fotografin Elisabeth Jegel den letzten Tag ihrer Ausstellung und damit auch des Festivals zu feiern. Gleichzeitig bekamen all jene, die ein Festivalprojekt umgesetzt haben, als kleines Dankeschön ihr von Elisabeth Jegel fotografiertes Projektbild persönlich überreicht.
Ebenfalls am letzten Wochenende endeten die Projekte Yachtclub in Kirchberg am Wagram und Take a Walk on the Wild Side in Stockerau mit kleinen Festen. Bereits tags zuvor fand das Projekt Gemeinsteine in Hollabrunn seinen feierlichen Abschluss. Dabei wurde ein von Anna Khodorkovskaya gemeinsam mit der Bevölkerung in zahlreichen Workshops durch AIR InSILo von Martin Breindl in Hollabrunn erstellte Mosaik erstmals bei einer großen Abschlussparty der Öffentlichkeit präsentiert. Am 18.7. ging auch das Abschlusskonzert von Female Voices mit einem Konzert von
Nana Falkner & Band sowie Kinga Dula & the Pilgrims im Alten Schlachthof in Hollabrunn über die Bühne. Mit der musikalischen Spurensuche Wo ist die Schmida? bot Johanna Doderer unter Mitwirkung von Milan Racek in Frauendorf an der Schmida ein weiteres künstlerisches Highlight am letzten Wochenende des Festivals.

„Das Viertelfestival hat Kunst Blunzn die Möglichkeit gegeben, als Uraufführung an einem außergewöhnlichen Ort gesellschaftlich relevante Themen künstlerisch zu verhandeln. In unserem Fall – im Hermann Nitsch Museum, dem Ort der Handlung des Stückes, wo die Inszenierung ihre größte Wirkung entfalten konnte. Das Vertrauen in uns und die Offenheit für mutige Formate sowie neue Perspektiven machen das Festival zu einem wichtigen Impulsgeber für die Kunst- und Kulturszene Niederösterreichs.“ (Kunst Blunzn – Ursula Leitner)
Das Festival geht weiter
Wie auch in den letzten Jahren gab das WEIN/4-Festival 2026 wichtige Impulse für die künstlerische und kulturelle Weiterentwicklung der Region. Manche Projekte werden über den Festivalzeitraum hinaus bestehen, wenngleich sie nicht alle so wie der Vogelturm in Raasdorf weithin sichtbar sein können. Bei anderen Projekten werden bereits Gespräche bezüglich der Folgeinitiativen geführt. Hier kann man bei den Leerstandsprojekten gespannt sein, ob für bislang nicht oder kaum genutzte Orte wie den Schlosskeller in Hagenbrunn, das DoKannerl am Donau-Oder-Kanal in Groß-Enzersdorf, die ehemalige Jugendstrafvollzugsanstalt in Kirchberg am Wagram oder einige der von Gerald Straub mit seinem Projekt Pavillon bespielten Häuser in Orth an der Donau längerfristig eine Nutzung gefunden wird. Und vielleicht wird man von manchen Projekten wie dem im Nitsch-Museum uraufgeführten Theaterstück Kunst Blunzn von Mathias Lefèvre, der mobilen Inszenierung von Jura Soyfers Weltuntergang mit Henrietta Rauth und Johannes Sautner oder dem Tanzfilm ES WIR(D)T. von Anna Josefine Holzer auch in Zukunft hören und lesen. Große Wirkkraft über die Grenzen Niederösterreichs hinaus hatte das Projekt Wie lange noch? SOLANGE… von Katharina Cibulka, deren feministische Botschaft zum Jahr der Bäuerinnen sogar auf der Homepage des Landwirtschaftsministeriums zu finden war.

„Ohne Unterstützung und das Engagement der Kulturvernetzung Niederösterreich wäre unser erfolgreich durchgeführtes Projekt Techno in the winery nicht möglich gewesen. Wir denken, dass beim Viertelfestival mit Mut zu Neuem Kreativität in unkonventionellen Bereichen möglich und dadurch einem breiteren, aber auch regionalen Publikum zugänglich gemacht wird. Der spontane schöpferische Entstehungsprozess hat uns dabei besonders beflügelt.“ (Techno in the Winery – Werner Zirnsack)
2027 geht das Viertelfestival weiter. Von Mai bis Mitte Juli gastiert es nächstes Jahr im Waldviertel. Insgesamt wurden bis Anfang Juni über 180 Projekte eingereicht, aus denen eine regionale Fachjury Anfang September das Festivalprogramm zusammenstellen wird. In diesem Sinne kann man sich den Frühsommer 2027 für kulturelle Entdeckungsreisen durch das nordwestliche Niederösterreich bereits freihalten.
Weitere Informationen findest du hier: www.viertelfestival.at