Berlin Musik

Immer schön fotzfrech bleiben!

Mariybu veröffentlicht am 14. Mai 2026 ihr neues Album „FRECH“, ein Mix aus Techno-Pop, Hardstyle-Elementen und ein bisschen Orchester. Im Herbst geht’s dann auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Interview spricht Mariybu über den Release, die bevorstehende Tour und setzt außerdem ein klares Statement für den Sommer. <3
Foto: Kim Beikirch
Foto: Kim Beikirch

Wie haben sich deine Songs im Laufe der Jahre entwickelt?
Anfangs war ich noch sehr ungefiltert, ich habe einfach rumgepöbelt. Mit der Zeit sind mehr Humor und Leichtigkeit dazugekommen. Aus Auf-die-Fresse-Hip-Hop ist Party-Hyperpop geworden, aber meine Message ist immer dieselbe geblieben. Nach wie vor geht es mir darum, das Patriarchat zu ficken. SXTN, Tic Tac Toe und Blümchen, 100 Gecs und Charli XCX haben mich krass geprägt. Ikkimel und DJ A.N.I. später dann natürlich auch.

Foto: Karo Jackowska
Foto: Karo Jackowska

Am 14. Mai 2026 erscheint dein neues Album „FRECH“. Was willst du uns darüber schon sagen?
Ich freue mich riesig, dass dieses Album am Herrentag erscheint <3. Ich habe von einem älteren Mann zu hören bekommen, ich wäre ziemlich frech (allerdings nicht gerade nett gemeint) und meine Musik auch. Als ich über diese Situation nachgedacht habe, fand ich „FRECH“ als super Titel für das Album. Vielen Dank an dieser Stelle an den älteren Mann. Das Album ist richtig geil geworden. Ich habe schon echt einen an der Klatsche, vor allem der letzte Track hat’s in sich. (lacht)

Ich hoffe einfach, dass es anderen auch so gute Laune macht wie mir. Es ist ein Album, gut zum Feiern, denke ich, aber mit Message. Auf ironische Art, aber halt auch ernst. Ich habe auf jeden Fall noch nie so viel Spaß beim Produzieren und Schreiben gehabt wie bei FRECH! Es ist viel Techno-Pop dabei, einiges an Hardstyle-Elementen, ein bisschen Orchester und auch etwas zum Schlafen (für Cis-Männer, haha). 

Wo wäre der beste Ort, um sich das Album reinzuziehen?
Auf der Straße, beim Sport, beim Vortrinken, am Fahrrad. Nachts allein, auf voller Lautstärke, mit einem Wein in der Hand in der Küche. Auf jeden Fall ein Ort, an dem man sich bewegen kann.

Ein Song, der vorab veröffentlicht wurde, heißt ALPHA FEMINIST. Was war der Trigger, den Song zu schreiben?
Omg. Es geht um 3 Typen, die ich in den letzten Jahren gedatet habe. Ein Typ war Hobby-Aktfotograf, der andere hatte Commitment Issues und hat es einfach poly genannt. Der Dritte hatte auf Hinge stehen lassen, dass er Feminist sei, aber in Wirklichkeit war er keiner. Er wollte nur damit bei Baddies Eindruck schinden. Alle drei würden in die Kategorie „Alpha Feminist“ passen. Daraus ist dann ein Song entstanden. 

Welcher Männertyp sollte ein Dating-Verbot bekommen?
Alpha-Feministen, haha. Ich finde eigentlich, alle Cis-Männer, die keine Therapie gemacht haben, sollten ein Dating-Verbot bekommen. Wer in patriarchalen Strukturen als Cis-Mann aufwächst, hat großes Potenzial, Mist zu bauen. Ich würde einen verpflichtenden Dating-Führerschein für sie vorschlagen – das wäre ja was. Ausgestellt nach einer Therapie oder nachdem eine tolle Ex ihnen viel beigebracht hat. Nachträglich sollte man dann die Ex auch entsprechend entschädigen.

Wie wichtig ist dir der visuelle Aspekt?
Actually superwichtig! Am liebsten würde ich zu jedem Song ein Musikvideo produzieren. Ich finde, durch Bildsprache kann man eine Message ganz anders rüberbringen oder eine neue Ebene öffnen. Der Song „Nicht alle Männer“ ist sicher auch durch die Bildsprache so viral gegangen. Oder mit dem Video für f0dseunsere haben wir eine neue Story zum Song erzählt.

Bevor eine Tour startet, überlege ich monatelang, wie alles aussehen soll, welches Bühnendesign passt, welche Outfits ich tragen will und wie die Tour ihre eigene Geschichte bekommt. Für mich ist das immer mehr als nur ein paar Songs spielen! Ich liebe es, aus allen Bestandteilen eine Show zu machen. 

Für den Herbst ist dann eine Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich geplant. Wer begleitet dich dabei?
Das Team ist dasselbe wie bei der letzten Tour. Angel Rider (meine beste Freundin) ist die Tour-DJ, Kronsberg (mein bester Freund) ist mein Tourmanager und Mercher. Die Support Acts stehen noch nicht alle fest, aber es werden wieder nur FLINTA*s sein, die geile Musik machen und live übelst stark sind.

Foto: Karo Jackowska
Foto: Karo Jackowska

Was gefällt dir am besten an einer Tour?
Dass man das Album noch einmal anders erzählen und erleben kann. Es ist einfach geil, mit der ganzen Crowd zu interagieren und gemeinsam durch alle Feelings nochmals zu gehen. Nach jedem Konzert fühle ich mich auf der Tour so empowert und weiß, dass ich nicht allein bin. Ich bekomme auch das Feedback, dass es dem Publikum genauso geht. Das ist das Schönste!

Außerdem liebe ich es, dass auf unseren Konzerten 80–90 % FLINTA* vertreten sind und wir dort eine kleine Utopie leben. Alle rasten aus, aber keine Macker stören, und alle passen aufeinander auf. Auf meiner Tour bestimme ich die Regeln, so wie es eigentlich immer sein sollte!

Am 03.10.26 spielst du dann im Flex! Kennst du dich in Wien schon ein bisschen aus? Warst du schon öfter hier?
Ich liebe Wien und habe hier schon öfter gespielt. Die Crowd war immer geil und ist richtig ausgerastet. Außerdem ist die Stadt einfach wunderschön! Ich verlängere meinen Aufenthalt oft, um die Stadt zu genießen. Mittlerweile habe ich auch ein paar Friends hier – Shoutout geht an Skofi, Donna Savage und Schwesta Ebra. 

Jetzt noch dein abschließendes Statement zum Sommer:
Immer schön fotzfrech und schlampig bleiben! Wer catcallt, wird bestraft!

Mariybu – www.instagram.com/mariybu_/