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Im Mittelpunkt des Festivals steht das internationale und österreichische Filmschaffen rund um die schönste Hauptsache der Welt. Expert*innen-Panels, Publikumsgespräche, Workshops, Performances und eine Ausstellung bieten Gelegenheait zu lustvoller Grenzüberschreitung und offener Interaktion zwischen Künstler*innen und Publikum.

Porn und Corona – geht das? Ein Porn Film Festival in Zeiten von Covid-19 – muss das sein? – dürfte sich der eine oder die andere fragen.

porn film festival vienna 2020
Foto: Luis Harmer

Ja, muss es, sind sich die Festivalgründer*innen Yavuz Kurtulmus und Jasmin Hagendorfer sicher: »Wir sind uns der Verantwortung, für ein sicheres Festival zu sorgen, bewusst. Unser Ziel war und ist es, einen geschützten Raum zu schaffen, an dem es nie nur darum ging, gemeinsam Pornos zu sehen, sondern vielmehr über das Gesehene in Austausch zu treten, zu diskutieren und Neues erfahren zu können. Uns ist es wichtig, dass sich die veränderten Umstände aufgrund der Corona-Pandemie inhaltlich in Diskussionen und Panels widerspiegeln:

Wie verändert sich Sex in Zeiten einer Pandemie? Welche Spuren hinterlässt dies in der eigenen Sexualität? Was bedeutet Covid-19 für die Pornoindustrie, mit welchen Problemen sind Sexworker*innen konfrontiert?

porn film festival vienna 2020
Foto: Luis Harmer

Ein vielsagender Blick, eine zufällige oder eine bewusste Berührung, entgrenzte Vögelei: Was davon ist Sex, wo beginnt er und wo, wenn überhaupt, endet er? Und ganz abgesehen davon: Wer definiert überhaupt, was Sex ist? Während das Filmprogramm diese Frage aus unterschiedlichsten Blickwinkeln jenseits von Körpernormen, Gender, Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Orientierung betrachtet, darf im Workshop »What is Sex?« den eigenen Vorstellungen, Vorurteilen und Bedürfnissen auf den Grund gegangen werden.

Kann Sex die Welt retten?
Aber sicher, sagt die Ecosexuality-Bewegung, denn der Klimawandel geht alle an. Die Verbindung, die Sex und Natur dabei eingehen, ist vielfältig: Die einen achten auf Nachhaltigkeit und den ökologischen Fußabdruck ihrer Sex Toys, andere erleben sich und die Partner*innen am liebsten beim Freiluft-Vögeln. Wieder andere propagieren die Befreiung der Erde von ihrem Mutterstatus und begreifen sie stattdessen als sexuelles Wesen – dabei reicht die Palette von Schmusereien mit Blüten und Baumstämmen bis zu wilden Orgien in der Flora. Und politisch wird es, wenn Aktivist*innen sich anschicken, mit selbst produzierten Pornos den Regenwald zu retten.

Das Porn Film Festival Vienna zeigt erstmals eine Kurzfilmschiene, in der Porno eine vielgestaltige Symbiose mit der Natur eingeht. Oder prosaischer ausgedrückt: Fuck each other, not the planet!

Österreich und der Sex – was geht da?
Das Porn Film Festival Vienna sieht auch in diesem Jahr ganz genau hin, was die heimische Pornoszene hergibt. Die Austrian Porn Shorts geben einen Einblick in die Arbeiten österreichischer Porno-Schaffender und jungen Filmemacher*innen eine Plattform. Das Werk der in Österreich lebenden und wirkenden Performance- Künstlerin und Filmemacherin Mara Mattuschka wird in Special Screenings beleuchtet. Seit den 1980er Jahren setzt sie sich in ihren Filmen provokant und Sehgewohnheiten herausfordernd mit Körperbildern sowie weiblichen und männlichen Rollenmustern auseinander. Das Porn Film Festival findet statt mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) und dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

2017 hatten Yavuz Kurtulmus, Jasmin Hagendorfer und Gregor Schmidinger die Idee für das Porn Film Festival Österreichs. Sie und ein Team kreativer Aktivist*innen sorgen für Wirbel in der Kunst- und Kulturszene, seit die erste Ausgabe des Festivals 2018 Einzug in die Wiener Kinos hielt. Mehr als 4.000 Besucher*innen strömten jedes Jahr zu den Screenings und zahlreichen Side Events. Sie zeigten das rege Interesse an der Auseinandersetzung mit dem Thema Porn in all seinen Facetten.

jasmin hagendorfer yavuz kurtulmus
Jasmin Hagendorfer und Yavuz Kurtulmus. Foto: Christoph Liebentritt

YAVUZ KURTULMUS, Founder & Festival Director Porn Film Festival
Yavuz ist der Gründer von MiGaY, der ersten österreichischen Plattform für LGBTIQA+ Migrant*innen, welche sich für die Sichtbarkeit und Repräsentation queerer Minderheiten und POC einsetzt. Seit fast 15 Jahren ist er aktivistisch tätig. Er gründete 2012 auch das Transition International Queer & Minorities Film Festival, Österreichs einziges queeres Filmfestival mit Gender-Diversitäts und queer-migrantischem Fokus. Immer wieder trieb er Kooperationen in diesen Bereichen mit Events wie dem Teddy Award der Berlinale, Oslo/Fusion Festival und dem Wien Museum voran. Yavuz Kurtulmus besitzt reichlich Erfahrung im Bereich Festival Führung, er hat bereits unzählige Screenings in diversen europäischen Städten organisiert. Zusätzlich hält er etliche Vorträge und Workshops mit Fokus auf „queer muslim activism“. Als Gründer und Leiter des Porn Film Festivals Vienna will er die tragende Rolle von Sexualität, Gender und Diversität und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft unterstreichen.

porn film festival vienna 2020
Festival Team. Foto: Luis Harmer

JASMIN HAGENDORFER, Co-Founder & Art Director Porn Film Festival
Hagendorfer ist eine in Wien ansässige Künstlerin und Autorin. Ihre Arbeit umfasst zahlreiche international präsentierte Installationen, Skulpturen und Performances. Sie beschäftigt sich intensiv mit gesellschaftspolitischen Diskursen unserer Zeit. Thematisch umfassen ihre Arbeiten Sexualität und Geschlechtsidentität, besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich der Post-Porn-Politics. Ferner arbeitet sie als Kuratorin und mitbegründete Festivals wie Art UnAnchored, einem Kunst-Schiff, das sich zwischen Wien und Bratislava als schwimmende Galerie bewegte. Im Porn Film Festival Vienna obliegt ihr die Aufgabe, konzeptionelle Schwerpunkte zu setzen, über die Medien des Films hinaus künstlerische Highlights zu setzen und die kreative Ausgewogenheit der Programmschwerpunkte festzulegen.

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Sebastian Rzepa ist ein junger Künstler aus Wien. Inspiriert von seinem Großvater begann er sich für Kunst zu begeistern. Nach seinem ersten Bild dachte er sich auf gut Wienerisch nur leiwand.

Martin Veigl fokussiert in seiner Malerei den Menschen und seine Umgebung. Er entreißt Details dem rauschenden Alltag, entschleunigt sie und macht die Fragilität des erlebten Moments spürbar.

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In ihrer Arbeit „Ich seh, ich seh etwas, was du nicht siehst“ nähert sich Natali Glišić an eine sinnesübergreifende Wahrnehmung an. Die Farbfotografien sind ein Ausschnitt einer größer angelegten Serie.

Tell me, how was your day? Fragments of a trapped soul is a daily serie of small format photos (instax mini fujifilm) which documents and portraits my relationship with my home during the isolation days.

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FULL CIRCLE präsentiert als Teil des IV. Aktes Arbeiten von Florian Lang, Kathrin Isabell Rhomberg und Katrin Weidhofer. Diese treten in Kommunikation mit dem sich in stetiger Veränderung befindenden.