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In der Barockzeit wurde jedem Mitglied der Gesellschaft eine klar definierte Rolle zugewiesen, die durch Geburt bestimmt wurde. Das Befolgen dieser Rolle erlaubte der Einzelperson keinerlei Individualität, was insbesondere für die Frauen galt.

Julia Belova Wet Jesus 2020 limoque Porzellan, Glasur 20 x 30 cm € 1800 .-
Wet Jesus, limoque Porzellan, Glasur; 20x30cm, 2020

In der Skulptur „Najadenbrunnen“ wird die Fülle des Lebens, Weiblichkeit und Sexualität, dem Material gegenübergestellt, aus dem die Skulptur gemacht ist, Porzellan und Kunsthaar. Ein Bild des Lebens, das aus einem toten, eingefrorenen Material entstanden ist. Die Form selbst ist sehr lebendig und naturnah, aber da es nur eine Form ist, übernimmt sie die Funktion einer Rolle. Jedes Element der Skulptur ist ein Beispiel für ein Lebewesen, hinter dem sich jedoch keine eigene Persönlichkeit befindet.

Die Idee des Brunnens ist ein Triumph des lebensspendenden Wassers. In der Arbeit „Najadenbrunnen“ wird diese Idee zu einer Form, das heißt, sie spielt nur die Rolle eines Brunnens, wobei ihre ursprüngliche Bedeutung aufgegeben wird und das Haar nur die Form von Wasser hat. Die Skulptur ist voller Sexualität, aber unter den Bedingungen der Ablehnung des lebendigen Körpers.

Julia Belova untersucht in ihren Arbeiten die Relevanz des Barocks und bezieht diese Ära auf die Moderne. Die Künstlerin sucht nach Themen für das heutige Barock, beispielsweise nach dem Thema der Ablehnung einer zugewiesenen Rolle.

Über die Künstlerin: In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Julia Belova die Relevanz des Barock und verbindet diese Zeit mit der Gegenwart. Die Künstlerin experimentiert mit religiöser Barockästhetik und erstellt eine Collage seiner Elemente, die ihre Körperlichkeit und Sexualität fetischisiert. In ihren Skulpturen arbeitet Belova mit Körperlichkeit im Kontext des globalen Konzepts der Intimität, das die Religion demonstriert. Mit plastischem Porzellan als Hauptmaterial für ihre Skulpturen untersucht die Künstlerin den Hauptkonflikt der Barockzeit – den Konflikt zwischen sozialer Rolle und Individualität: Das pulsierende Leben ihrer Körperobjekte besteht aus leblosem Porzellan, das bereits eine Rolle ist. Belova legt besonderes Augenmerk auf die weibliche Rolle, indem sie die weibliche plastische Sprache verwendet. Die Künstlerin betrachtet die Skulptur als einen festen Moment eines subjektiven Fragmentes der Realität, das seine visuelle Wahrnehmung durch Taktilität erweitert.

Julia Belova Paradise Ring 2020 Porzellan, Kette 60 x 60 cm € 5600 .-
Paradise Ring, Porzellan, Kette, 60×60 cm, 2020

Ausstellung: Julia Belova: Ich dich nicht
Dauer der Ausstellung: 18. März – 15. Mai 2021

Adresse und Kontakt:
Galerie Rudolf Leeb
1010 Wien, Bauernmarkt 11-13
www.galerierudolfleeb.at

Interview mit Les Nouveaux Riches

Natürlich hat Lea Gudrich eine Künstlerbiografie vorzuweisen, die sie qualifiziert ernst genommen zu werden – Studium der freien Kunst in Rouen, Kunstakademie in Krakau, dann Lehrauftrag in Trier.

Ömer Kaplan ist ein gelernter Bildhauer und Künstler türkisch und deutschen Ursprungs. Er untersucht in seinen skulpturalen und installativen Arbeiten Spannungsverhältnisse unterschiedlichster Art.

Mavie Wallner ist eigentlich in Tirol geboren und lebt seit Beginn ihres Studiums in Wien. Sie studierte Politikwissenschaft und interessierte sich für die unterschiedlichsten Lebensstile in der Gesellschaft.

Indem er die abstrakte Tradition fortführt, trennt Juan Pablo Villacura das Werk von seinem Diskurs, wobei er mit einer absurden humoristischen und alltäglichen Logik das Bild von seinem Titel distanziert.

Mirsini Artakianou ist auf einem kleinen Fischerdorf der Insel Lesbos aufgewachsen. Mit 19 Jahren hat sie angefangen Bildende Kunst und Kunstwissenschaften an der Universität von Ioannina zu studieren.

Die Ausstellung widmet sich anhand von Malereien, Installation und Skulptur dieser Fragestellung. „Wir alle sind es mittlerweile gewohnt in Zeiten, in denen wir von systemrelevantem Verzicht sprechen.

Die Ausstellung von Maxine Weiss und Ömer Kaplan, ist die Weiterführung ihrer Zusammenarbeit IN LIMBO, im Kösk München. Die KünstlerInnen greifen die Instabilität der Zeit auf.

Die Show für Gesellschaft, Politik und Unbewusstes mit Schudini The Sensitive. Late Night Group Therapy kommt erstmalig das kollektive Unbewusste in einem Polit-Talk selbst zur Sprache.

Durch ihren Hintergrund in Architektur und Fotografie beschäftigt sich Elena Kristofor mit der Erforschung des Raumes, Realitätsverschiebungen und der Suche nach einem erweiterten Außen.

Anja Nowak studierte Soziologie und Bildende Kunst in Magdeburg, Rio de Janeiro und Wien. Sie arbeitet vorwiegend in den Bereichen Fotografie, Video, Künstlerinnenbuch und Installation.