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Chris Kroiss. fotocredit Daniel Hill 2021
Chris Kroiss. Foto: Daniel Hill

Im letzten Jahr ist viel passiert. Du warst für 3 Monate an der HFBK Hamburg und hast dann heuer auch noch dein Diplom an der Akademie der bildenden Künste Wien gemacht. Womit wollen wir anfangen – wie war Hamburg?
Ich fands großartig in Hamburg. Ich habe in der Klasse von Anselm Reyle studiert. Die Gespräche und Diskussionen mit meinen Kolleg*innen, sowie das Arbeiten im Atelier hab ich sehr genossen!

Wie sah dein Alltag dort aus?
Sehr kontemplativ. Immerhin waren alle Lokale und Museen geschlossen. Man konnte nicht ausgehen. Ich habe fast täglich Streifzüge durch die Stadt unternommen, viel fotografiert, gelesen und gemalt. Hamburg ist irgendwie lockerer als Wien, ich mag das.

Nagelstudio in Hamburg. Foto: Chris Kroiss
Nagelstudio in Hamburg. Foto: Chris Kroiss

Hast du Wien ein bisschen vermisst?
Um ehrlich zu sein, eigentlich nicht. Was toll ist an Wien, ist die LQBTQIA+ Szene. Ich liebe das Marea Alta und all die wundervollen Menschen, die um diesen Fixstern zirkulieren. Davon abgesehen finde ich es mühsam in Wien.

Vielleicht kannst du das ein bisschen erklären. Wie meinst du das?
Diese Stadt ist wie ein Museum. Gustav Mahler soll mal gesagt haben: „Wenn die Welt untergeht, dann geh nach Wien, dort passiert alles 10 Jahre später.“ Ich finde es bemerkenswert, dass ich mich in Wien nach wie vor rechtfertigen muss, wenn ich als Frau* aus der Reihe tanze. Nein, ich befasse mich in meiner Kunst nicht mit meinem Körper, Schmerz oder Heilung. Das finde ich langweilig! Ein gutes Bild ist für mich wie ein philosophischer Text oder ein besonderes Stück Musik. Es muss ein bisschen deine Welt erschüttern. Dieses Gefühl will ich bei den Betracher*innen auslösen. Kunst machen bedeutet für mich Risiken eingehen. Dass es dabei zu Reibungsverlusten kommt, liegt in der Natur der Sache.

Es laufen soviele abgebrühte Zyniker herum, aber die lassen mich kalt. Es interessiert mich ganz einfach nicht, was man alles nicht tun darf oder soll. Ich habe keine Lust mich anzupassen.

Wie war für dich der Abschluss an Akademie der bildenden Künste Wien?
Ich schätze meine Alma Mater, aber es wurde Zeit mich aus ihren Fittichen zu lösen. Die Idee für mein Diplom basiert auf 1 Skizze aus meinen 100 Aquarellen, die ich seit letztem Jahr gemalt habe. Ich habe kosmetisch behandelte Nägel als popkulturelles Symbol in die Malerei übersetzt. Ich finde Acryl- oder Gelnägel fantastisch! Sie sind girly und sehen ein bisschen aus wie Waffen. Scharfe Krallen mit denen man sich besser nicht anlegt. Nail Art ist dekorativ und klar weiblich konnotiert. Die großformatige, expressive Malerei auf Leinwand ist nach wie vor stark männlich dominiert. Ich fand diese Übersetzung von low culture zu high art reizvoll. Ich bewege mich gerne auf unsicherem Territorium.

Ausstellungsansicht. Diplom 2021. Hamburger Bilder. fotocredit Chris Kroiss
Ausstellungsansicht. Diplom 2021. Hamburger Bilder. Foto: Chris Kroiss

Wann kommt die nächste Kolumne? Wie kam es zu dieser Leidenschaft?
Die nächste Kolumne wird im September erscheinen. Wie es zu dieser Leidenschaft kam? Spaß am Denken, würde ich sagen. Ich sehe „Schwalbeneier“ aber als ein zeitlich begrenztes Experiment. Mal sehen, wo die Reise noch hinführt.

Chris Kroiss. Foto: Daniel Hill
Chris Kroiss. Foto: Daniel Hill

Und wann ist deine nächste Ausstellung?
Anfang September im „Spielzimmer“. Einem Projekt von Michael Kaufmann und Ronald Harder.

Chris Kroiss – www.chriskroiss.com

Die Preisträgerin des Marianne.von.Willemer.2020 Preis für digitale Medien – hat für „TheCityAsAHouse“ die Privatwohnung abgeschafft: Nach ihrer Studienzeit beschloss sie in einem Selbstversuch.

Michaela Younge was born in 1993 in Cape Town, South Africa. The artist graduated from the Michaelis School of Fine Art in 2015, receiving distinctions in both her theoretical and practical studies.

Georg Óskar currently works and lives in Oslo, Norway. Infused with a distinct twist, Oskar’s narratives are often sarcastic, but always offer genuine observations of his lived and built environment.

A project in between the domestic life and the virtual experience. A space obtained from a private house in Milan dedicated to display works by artists in touch with the gallery, presented by a brief essay.

Ian Cumberland was born in Banbridge, Northern Ireland in 1983. He graduated from Ulster University in 2006, receiving a BA in Fine and Applied Art. He works primarily with paint and installation.

Two clear liquids put together on the cellulose suddenly turn purple. I try and try again, I run out of all the antiseptics for the house. The feeling of transforming substances, like an alchemist.

JOMO ist ein Gesprächs- und Netzwerkprojekt das von Paula Marschalek, Christian Bazant-Hegemark und Julia Bugram organisiert wird. Gemeinsam mit ihren Gästen sprechen sie über die Kunstwelt.

In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin Titania Seidl mit der brüchigen Aussagekraft von Bildern. In ihrem Atelier in Wien Favoriten bekommen wir einen Einblick in ihre aktuelle Tätigkeit.

Objekte werden beladen und wieder entladen – Kontext hinzugefügt, Sinn entnommen und verdreht wieder aufmodelliert. Kai Trausenegger sieht sich als Sprücheklopfer, allerdings im magischen Sinne.

Evanescence, such is the artistic concept of the painter Sardoine Mia. Painting a broken, cracked and reconstructed world, the 23-year-old artist faints in her universe with which she says she is one.

In ihren großformatigen Ölgemälden oder Studien auf Papier, spielt Fabienne Meyer aka Bings mit der Erwartungshaltung des Betrachters und kreiert so ihre ganz eigene Welt.