Category

Rubrik

Category
MARKO ZINK zu Gast bei Franziska Hausmaninger

Seine Arbeitsweise ist die inszenierte Fotografie. Er erzählt Geschichten, die nur für diesen einen Moment real sind. Objekt wird gegen Subjekt getauscht und vice versa. Der Mensch wird nicht als Krönung der Schöpfung, sondern als deren Wurmfortsatz dargestellt. Dabei entstehen Suchbilder, in welchen nur mehr Körperteile wie Irrlichter den/die Betrachterin verwirren. Marko Zink begegnet der Wirklichkeit mit einem doppelten Boden, zeigt auf den ersten Blick Humor, der auf den zweiten Blick ins Tragische seines Oeuvres leitet. Die präsentierten Werkserien sind performativer und vergänglicher Natur. Zink arbeitet mit analogen Kamera (1) und nur mit natürlichem Licht. Das Trägermaterial, der analoge Film wird vor der Belichtung mehrfach gekocht und darüber hinaus für einige Serien gezielt chemisch und mechanisch bearbeitet. Das daraus resultierende Auflösen des Filmes und Zerfallen der Negative ist nicht nur wichtiges künstlerisches Konzept Zinks, sondern auch seine einmalige Handschrift mit großem Wiedererkennungseffekt. Damit zeigt er die Nähe der Fotografie zu Malerei und Film und öffnet ihre Grenzen. Der Künstler setzt sich mit dem Medium an sich auseinander und thematisiert, dass Aufnahmen eben nicht zwangsläufig ein Spiegel von allem Existierenden sein müssen.

Marko Zink ist ein Konstrukteur von Wirklichkeit, er fügt zusammen, was scheinbar nicht zusammengehört, er amalgamiert. So paaren sich Menschen mit Tieren, Menschen mit Maschinen, Menschen mit Mobiliar, Menschen mit der Natur. Oder der Bedeutungsträger Mensch wird komplett negiert: so in seiner berühmten Serie „Schwimmer“, in der Kleidungsstücke unter Wasser nur für kurze Sekunden dem/r Betrachterin vorgeben, Körper wären vorhanden, jedoch ist es das Wasser, das diesen für einen Bruchteil einer Sekunde mit einem Volumen imitiert. Viele seiner Serien basieren auf interdisziplinären Konzepten, seine Theorien entlehnt der immer wieder aus der Literatur, unter anderen aus seiner Auseinandersetzung mit Friedrich Dürrenmatt, Sarah Kirsch oder Elfriede Jelinek. Letztere spielt in seinem Leben eine entscheidende Rolle, Werkserien, auf die sie verschiedensten Einfluss übt, finden multimedialen Einzug in die Werkpräsentationen.

Parallel zu der konzipierten Ausstellung SUITE 17 wird ein Rahmenprogramm mit Präsentationen, Lesungen, Performances und auch mit Musik- und Barabenden konzipiert. Dabei soll der Salon-Gedanke wiederbelebt und in lockerer Atmosphäre kunstinteressiertes Publikum zusammengebracht werden.

Marko Zink: Geboren 1975 in Gaschurn in Österreich, erhielt Marko Zink Unterricht bei Ingo Springenschmid und besuchte danach die Akademie der Bildenden Künste in Wien; die Meisterklassen für Kunst und Fotografie, Erweiterter malerischer Raum, Kunst im öffentlichen Raum sowie Performance bei Eva Schlegel, Josephine Pryde, Franz Graf, Judith Huemer, Mona Hahn und Matthias Herrmann.

Er diplomierte an der Schule für künstlerische Fotografie bei Friedl Kubelka und mit Auszeichnung an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Carola Dertnig. Darüber hinaus studierte er mit Auszeichnung Germanistik, Publizistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien.

Marko Zink und Elfriede Jelinek: eine kleine Besessenheit. 2004 lernte er die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek persönlich kennen. Schon seit der Jugend faszinierten ihn ihre Texte. 2008 verfasste er seine Diplomarbeit über ihre Preisreden und diplomierte bei Pia Janke, der Leiterin des Forschungszentrums für Elfriede Jelinek. Als Elfriede Jelinek selbst 2008 auf seine Arbeiten aufmerksam wurde, schrieb sie Zink exklusiv zwei Texte zu seinen Serien und vertonte diese auf seinen Wunsch hin. Diese ließ Marko Zink auf eckigen Vinylplatten produzieren. 2023 werden diese Vinylplatten auch in einer streng limitierten Künstlermonographie im Verlag für moderne Künste erscheinen.

„Elfriede Jelinek ist eine Dekonstruktivistin. Sie zerlegt Vorgefundenes und angeblich Untrennbares in die Einzelteile, macht dadurch verborgenes Innenleben sichtbar. Bei der Lektüre der beiden Texte Jelineks wird klar: Marko Zinks künstlerischer Ansatz und ihr literarischer Zugriff, scheinbar gegensätzlich, ergänzen einander in Wahrheit kongenial. Was Zink zeigt, bringt Jelinek zum Ausdruck.“ (Wolfgang Huber Lang, 2021)

Ausstellung: Marko Zink – Manege frei in Suite 17
Eröffnung der Ausstellung: 20.10.2022, 18 Uhr
Dauer der Ausstellung: 20.10-27.11.2022 (jeweils Mittwoch-Freitag von 15-18 Uhr)

Adresse und Kontakt:
Franz-Josefs-Kai 3, Suite 17, 1010 Wien (bitte bei Suite 17 läuten)
www.galerie-stock.net


(1) Marko Zink entscheid sich 1996 gegen des obligatorischen Führerschein und kaufte sich eine analoge Kamera stattdessen. Mit dieser arbeitet er bis heute. Den Führerschein wiederum hat er bis heute nicht nachgeholt.

If we preserved his style of giving titles in this exhibition, we would have called the talk „Meanwhile. 15th of October“ but we are not the artist; therefore, we entitle it „Panel Talk. Meanwhile“.

Lauren Nickou is an American artist and writer who relocated to Austria in 2019. Her recent work explores the range of how far she can push a single subject matter emotionally, stylistically and materially.

NV/Night Father/Vienna is an open-form performance brought to the stage by Paul McCarthy, one of America’s most controversial artists, together with the highly gifted German actress Lilith Stangeberg.

Upcoming exhibition. Communing with a vast tradition—that includes William Blake and Vincent van Gogh—Lauren Nickou gives us, now, her stunning meditations upon the sunflower.

Hans Schabus zeigt im Kunstraum Konrad (Wiener Neustädter Straße 12, 2734 Puchberg am Schneeberg) eine für diesen Anlass gestaltete Arbeit, die all seine bisher entstandenen Editionen einbindet.

Lynda Draper is a contemporary artist who primarily works in the ceramic medium. Her work explores the intersection between dreams and reality, shaped by fragmented images from her surrounding environment.

Crowdfunding für die Realisierung unseres Cartoonmuseums, das im 1. Quartal 2023 in Wien eröffnet werden soll. Leider gibt es die Galerie nur mehr bis 31. Jänner 2023 im MuseumsQuartier.

Diese Ausgabe ist der Freude gewidmet. Aber was bedeutet diese Emotion eigentlich? Sie mag schwer zu definieren sein, doch eines ist sicher: Wir erkennen sie, wenn wir sie erleben.

das weisse haus ist eine spartenübergreifende Plattform für zeitgenössische Kunst in Wien. In leerstehenden Räumlichkeiten veranstaltet der Kunstverein seit 2007 experimentelles Programm aus Ausstellungen.

Die Galerie Aa Collections begann als Privatsammlung von klassischer Malerei, seit 2012 konzentriert sich die Galerie auf zeitgenössische Kunst und präsentierte bis 2018 regelmäßig verschiedene Projekte.

»Kunst und Kultur sind unser Auftrag und unser Anliegen«, steht ganz präsent auf der Website des Vereins Freies Plakat geschrieben. Peter Fuchs rief den Verein ins Leben, um Sichtbarkeit zu verschaffen.

viennacontemporary attracts national and international audience to the new location Kursalon and underlines once again its leading role as the most important fair for art from Central and Eastern Europe.