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Die KunstAkademie Bad Reichenhall ist im Industriedenkmal Alte Saline aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus
Die KunstAkademie Bad Reichenhall ist im Industriedenkmal Alte Saline aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus

Anlässlich des 25. Jubiläums wird es neben mehrwöchigen „Exzellenz Studien“ unter Leitung von renommierten Künstlern auch elf Ausstellungen mit Exponaten von Absolventen und Dozenten in der Städtischen Galerie geben. Im Interview erklärt Direktor Stefan Wimmer (53), was Bad Reichenhall als Kreativzentrum ausmacht, wie die digitale Revolution die Szene beeinflusst und ob man Kunst lernen kann.

Seit 2017 sind Sie Direktor der KunstAkademie Bad Reichenhall. Was hat Sie an der Stelle besonders gereizt beziehungsweise wie sind Sie zu ihr gekommen? Als studierter Soziologe habe ich eigentlich nicht die typische Ausbildung absolviert für jemanden, der in der Kunst aktiv ist. Die Initialzündung verdanke ich der Begegnung mit dem Künstler Carlfriedrich Claus im Bielefelder Kunstverein. Danach startete ich meine Laufbahn bei einer Galerie für Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Nach weiteren Stationen an der Kunsthochschule Kassel, in einer Schweizer Galerie und einigen Jahren Selbstständigkeit folgte 2017 der Ruf nach Bad Reichenhall. Dort bewege ich mich zwischen meiner Expertise als Kunstvermittler und dem Wunsch, Kreativität für die Gesellschaft erfahrbar und in Teilen erlernbar zu machen – und zwar für jedermann.

London, Paris, Berlin sind gemeinhin die Städte, mit denen man Kunstakademien in Verbindung bringt. Warum hat sich Ihrer Meinung nach eine so renommierte Einrichtung ausgerechnet im oberbayerischen Bad Reichenhall etablieren können? Natürlich findet man auch in den genannten Städten Einrichtungen für Erwachsene, wo sie Kunstkurse belegen können. Aber im Gegensatz zu Frankreich, Großbritannien und den USA gab es bis Mitte der 1990er-Jahre in Deutschland keine größere außeruniversitäre Institution, die Kunst professionell an Interessierte vermittelt hat. Hinzu kommt in Bad Reichenhall eine ideale Kombination für Kreative – nämlich unsere Ateliers im Industriedenkmal Alte Saline, hochkarätige Dozent*innen und eine charmante Stadt, umgeben von beeindruckender Natur.

Seit 2017 ist Stefan Wimmer Direktor der KunstAkademie Bad Reichenhall und hat noch viel mit ihr vor – unter anderem will er die Teilnehmerzahl innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln. Bildnachweis: KunstAkademie Bad Reichenhall
Seit 2017 ist Stefan Wimmer Direktor der KunstAkademie Bad Reichenhall und hat noch viel mit ihr vor – unter anderem will er die Teilnehmerzahl innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln. Bildnachweis: KunstAkademie Bad Reichenhall

25 Jahre KunstAkademie Bad Reichenhall: Interview mit Direktor Stefan Wimmer.

Welche Schüler kommen zu Ihnen und mit welcher Motivation?
Bei uns finden Sie viele, die Kunst als Freizeit- oder Wohlfühlprojekt wahrnehmen und sich eine Auszeit vom Alltag gönnen. Aber auch solche, die in ihrem privaten Umfeld dauerhaft künstlerisch tätig sind. Bis hin zu denjenigen, die Kunst eigentlich zu ihrem Beruf machen wollten, dies aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht umsetzen konnten. Alle eint, dass Kreativität für sie ein wesentliches Momentum ihrer Existenz ist.

Braucht es nur großes Kunstinteresse, um an einem der Einsteiger-Akademiekurse teilnehmen zu können?
Oder sollte de facto auch Talent vorhanden sein? Kurz: Kann man bei Ihnen zumindest die Basics der Kunst „erlernen“? Kunst kann man nicht lernen! Man kann das Handwerk erlernen. Aber dann handelt es sich zunächst um Kunsthandwerk, also gut gemachte Bilder, Skulpturen und Zeichnungen. Natürlich lehren wir in zahlreichen Kursen diese Fähigkeiten. Im Zentrum unserer Tätigkeit auf allen Ebenen jedoch steht das künstlerische Arbeiten und Denken. Viele Menschen arbeiten gern kreativ, ohne einen großen Anspruch damit zu verbinden. Ich denke, 30.000 Teilnehmer*innen in 25 Jahren KunstAkademie Bad Reichenhall sprechen eine deutliche Sprache.

Wie oft passiert es, dass Ihnen unter den 1.200 Schülern, die die KunstAkademie jedes Jahr besuchen, ein Talent mit riesigem Potenzial unterkommt?
Grundsätzlich beurteilen wir unsere Teilnehmer*innen nicht. Bis auf wenige Ausnahmen aber kann man sagen, dass in praktisch jedem unserer Meisterkurse besondere Talente zu entdecken sind.

Mit Markus Lüpertz unterrichtete 2002 bis 2014 ein echtes Schwergewicht der Szene an der KunstAkademie Bad Reichenhall, aber sicher nicht das einzige …
Hermann Nitsch, Elvira Bach oder auch Nils-Udo waren ebenso erstklassige Künstlerinnen in Bad Reichenhall. Aktuell haben wir mit Katharina Sieverding, Leiko Ikemura, Stephan Balkenhol oder Bernd Zimmer eher noch mehr hochkarätigere Künstlerinnen verpflichtet.

Mit den neuen „Exzellenz Studien“ sowie elf wechselnden Ausstellungen feiert die KunstAkademie Bad Reichenhall ihr 25. Jubiläum. Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus
Mit den neuen „Exzellenz Studien“ sowie elf wechselnden Ausstellungen feiert die KunstAkademie Bad Reichenhall ihr 25. Jubiläum. Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Dozenten der Akademie aus?
Uns interessieren stets zwei Fragen: Bietet der/die Künstler/in einen Ansatz an, der uns begeistert und den wir vielleicht noch nicht in unserem Programm haben? Außerdem klären wir in Gesprächen mit ihnen, wie ihr pädagogisches Verständnis ist. Denn in unserer Einrichtung muss man Gefallen daran finden, in wirklich jeder Person künstlerische Potenziale zu wecken.

Und nach welchen Kriterien werden die Meisterschüler, die ab 2021 an den Exzellenz-Studien teilnehmen dürfen, ausgewählt? Oder kann man sich dort einfach „einbuchen“?
Für alle Meisterkurse an der KunstAkademie Bad Reichenhall gilt, dass man sich bewerben muss. Die Auswahl treffen aber nicht wir, sondern die Dozent*innen.

Wo sehen Sie die KunstAkademie Bad Reichenhall in zehn Jahren?
Die Kunstakademie soll in zehn Jahren auf drei Ebenen als kreative Bildungsplattform etabliert sein: Erstens streben wir eine Verdopplung unserer Teilnehmer*innen an. Zweitens wollen wir unser vielfältiges Veranstaltungsprogramm noch erweitern. Drittens wollen wir im Spektrum zwischen digital und analog die gesamte künstlerische Bandbreite mit Kursen abdecken.

Last, but not least: die neuen Medien. Inwiefern beeinflussen sie die Kunstformen an der Akademie oder sind eine wertvolle Ergänzung, vor allem was Fernstudien betrifft?
Bei uns hat die Corona-Pandemie die enorme Bedeutung der physischen Präsenz, des Raums und der Atmosphäre offenbart. Rein digitale Formate sind in den klassischen Kunstformen immer limitiert. Durch die Corona-Krise aber haben wir viel Erfahrung bei Online-Kursen sammeln können und setzen diese 2021 zum Beispiel mit der Fotografin Sonja Braas aus New York um. Ich bin dennoch ein Verfechter der digitalen Revolution: Wir erhalten mit dieser Technologie neue Instrumente, um unser kreatives Potenzial in bisher ungeahnte Richtungen zu entwickeln. Einher geht damit auch, dass wir den digitalen Raum als Gestaltungsraum begreifen.

Vita Stefan Wimmer, Direktor der KunstAkademie Bad Reichenhall: Geboren am 3. Juni 1967 bei München, arbeitete der studierte Soziologe ab 1996 in einer Galerie für Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst in Leipzig und hatte so fünf Jahre lang die Gelegenheit, an der viralen Kunstszene in den damals neuen Bundesländern teilzuhaben. Eine Ausweitung der Galerie nach Düsseldorf war der Einstieg in den internationalen Kunstmarkt, 2001 folgte der Wechsel an die Kunsthochschule Kassel. Dort begleitete Stefan Wimmer die documenta unter Okwui Enwezor, bis heute einer der einflussreichsten Kuratoren weltweit. Kurz danach wechselte er in eine private Schweizer Galerie, 2006 gründete er seine eigene Kunst-Agentur. Seit 2017 ist Wimmer Direktor der KunstAkademie Bad Reichenhall.

KunstAkademie Bad Reichenhall – www.badreichenhall-kunstakademie.de

In der Ausstellung „liquid solidity“ wird der Projektraum Zieglergasse zu einem Ort des Simultanen. Wir entziehen uns der Feuchtigkeit und Kälte von draußen und begeben uns in einen geschützten Innenraum.

Ein wahres künstlerisches Eintauchen in das historische Erbe von Metz, das internationale Festival für digitale Kunst Constellations de Metz richtet sich an alle, indem sie einen kostenlosen Zugang bietet.

Die Hauptskulptur der Ausstellung „Ich Dich Nicht“ ist der “Najadenbrunnen” aus Porzellan, inspiriert vom gleichnamigen Brunnen in Schönbrunn. Diese Arbeit ist im Geiste des Barock entstanden.

Whilst thinking of this introductory note, passages from Michel Foucault’s book* came to mind: Human beings design utopian places from the space they occupy, where they live.

We show a selection of abstract, expressive paintings that are not usually associated with Markus Tozzers publicly shown works. They all were created in an intuitive and sometimes manic manner.

Natürlich hat Lea Gudrich eine Künstlerbiografie vorzuweisen, die sie qualifiziert ernst genommen zu werden – Studium der freien Kunst in Rouen, Kunstakademie in Krakau, dann Lehrauftrag in Trier.

Feryel Atek is a figurative painter, and art therapist from Paris based in Berlin since 7 years. Her main medium are her large scale paintings and an abundant collection of more intimate, detailed drawings.

Ömer Kaplan ist ein gelernter Bildhauer und Künstler türkisch und deutschen Ursprungs. Er untersucht in seinen skulpturalen und installativen Arbeiten Spannungsverhältnisse unterschiedlichster Art.

Mavie Wallner ist eigentlich in Tirol geboren und lebt seit Beginn ihres Studiums in Wien. Sie studierte Politikwissenschaft und interessierte sich für die unterschiedlichsten Lebensstile in der Gesellschaft.

Romanian artist Cătălina Cosma centres her practice around concept and structure. She prefers a cognitive approach to art, based on thorough research and aimed towards discovery and self-discovery.

In her debut gallery presentation Jelena Micić reveals a set of works thematizing different aspects of her long-term color investigations. The exhibition gathers around the methods of color sampling.

The National Museum of the Romanian Peasant launches a new space for contemporary art production, in the hall located in the basement of building B, under the Horia Bernea Studio, starting with April 6.

Indem er die abstrakte Tradition fortführt, trennt Juan Pablo Villacura das Werk von seinem Diskurs, wobei er mit einer absurden humoristischen und alltäglichen Logik das Bild von seinem Titel distanziert.

„Dive into the Zeitgeist“ is the first exhibition for art in search of answers; this is the theme of the new economART project by AMY D Arte Spazio, which reopens its doors after a latency of 3 months.

Mirsini Artakianou ist auf einem kleinen Fischerdorf der Insel Lesbos aufgewachsen. Mit 19 Jahren hat sie angefangen Bildende Kunst und Kunstwissenschaften an der Universität von Ioannina zu studieren.