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Bereits in seiner hyperrealistischen Phase bediente Klaus Wanker sich der medienbezogenen Malerei, um damals wie heute gleichsam im Dienste der allgemeinen Kritik zu stehen. Ob es die bunten Ikonen des Konsums und der Jugendkultur sind, die er in den 1990er Jahren schuf, oder die derzeitige Auseinandersetzung mit der leichtfertigen Zerstörung unseres Planeten – den größten Einfluss auf seine Kunst hat immer das Aktuelle. 

Was war dein erster prägender Kontakt mit Kunst? 
Mein erster Kontakt mit Kunst war in einem familiären Kontext – nämlich ein Bild meiner Großmutter, die, obwohl das Malen damals einer männlichen Elite vorbehalten war und für Damen als unziemlich galt, Ölbilder von übernommenen Sujets fertigte. 

Zu einem großen Teil war es sicher auch die Flucht aus der Realität, hinein in diese faszinierende Welt. 

Warum hast du dich für den Künstlerberuf entschieden? 
Grundlegend hat mich die Malerei bzw. das Medium Kunst schon sehr früh interessiert, sodass ich bereits früh angefangen habe, viel und gerne zu zeichnen. Dies habe ich dann auch während meiner Zeit im Gymnasium sowie meines Technikstudiums fortgeführt. Zu einem großen Teil war es sicher auch die Flucht aus der Realität, hinein in diese faszinierende Welt. 

Wie groß ist der Bereich, den die Kunst in deinem Leben derzeit einnimmt? 
Sicher 80%. Das liegt daran, dass ich immer noch versuche, so oft wie möglich im Atelier oder in der Natur zu sein, zumal letztere in engem Zusammenhang mit meinen Arbeiten steht. Jedes Mal, wenn ich wieder im Atelier bin, ist es ein Aufatmen. 

Warum bist du dann auch noch Lehrer und nicht nur Künstler? 
Ich war nach dem Kunststudium um die 10 Jahre als Künstler tätig, und da hat sich dann irgendwann die Frage gestellt, ob man weggeht oder in Graz bleibt. Und Graz ist eine fantastische, qualitätsvolle Stadt. Man hat alles, was man braucht, allerdings waren meine damaligen Galerien in Frankfurt und Los Angeles. Über eine längere Zeit hat dies auch gut funktioniert. Damals wurden meine Bilder direkt aus Graz abgeholt und weltweit verschickt. Dann hat jedoch meine damalige Galerie von einem Tag auf den anderen aufgehört. Von Graz aus mit Kunst zu operieren und zu überleben ist eigentlich fast unmöglich. Deswegen war für mich die einzig gute Variante, hier mit jungen Leuten in der Schule meinen Zugang zur Kunst zu teilen, und nicht nur den klassischen Unterricht zu machen. Stattdessen versuche ich, ihnen auch die Gegenwartskunst und das Kunstbusiness ein wenig näher zu bringen und vielleicht auch in jemandem das Interesse so weit zu wecken, dass er sich auch später noch dafür interessiert. Es gab schon Jugendliche, die weiter etwas mit Kunst gemacht haben oder diese Richtung eingeschlagen haben. 

klaus wanker künstler graz

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und mit welchen Inhalten arbeitest du? 
Grundlegend ist es inhaltlich in den letzten Jahren immer um die Natur gegangen: Die Veränderung in der Natur, ob das jetzt DNS-, RNS-Manipulationen sind oder Einschnitte in Landschaften. So sind diese Veränderungen, die der Natur von uns aufoktroyiert werden, in meinen Bildern immer relevanter geworden. Zuerst waren es eher geometrische Anteile, die sehr strukturiert, mit Metallfolien und Öl kontroversiell bearbeitet wurden. Das hat sich aber mittlerweile sehr gewandelt und es ist mehr die Idee in den Mittelpunkt gerückt, die Natur, die uns umgibt, mit all den Einschnitten und Verschmutzungen in die Bilder miteinzubeziehen. 

Was hat den größten Einfluss auf deine Kunst? 
Die Zeit, in der wir leben. Das ist das, was mich am meisten beeinflusst. 

Sollte Kunst ein Ziel zu Grunde haben? 
Hinter Kunst sollte immer ein Konzept stehen, das eine gewisse Form von Kritik darstellen sollte. Ästhetische Kunst ist zwar schön zu betrachten, und am Kunstmarkt vielleicht auch gut verkäuflich, aber jene Kunst, die auch weiterkommen wird, ist die, die eine gewisse Art von Idee und Kritik innehat. Es soll zu einer Auseinandersetzung des Betrachters mit dem Kunststück kommen, und der Inhalt auf den Betrachter überspringen. Bei mir ist es die Schönheit der Natur und die oftmals nicht vorhandene Wertschätzung dieser.

www.klauswanker.com

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